Mittwoch, 5. September 2007

Verhüllungsmethoden

Was haben Norwegen und der Islam gemeinsam? Zunächst einmal nicht viel und am wenigsten eine Basis, um beides miteinander zu vergleichen? - richtig, aber abgesehen davon gibt es dennoch eine erstaunliche Übereinstimmung: Mitglieder beider Systeme neigen dazu, gewisse Dinge zu verhüllen. Was bei den Muslimen die Köpfe der Frauen sind, die ganz eifrig mit Tuch verhangen werden (Hobby no.01?), das sind bei den Norwegern die Alkoholflaschen, die im Bedarfsfall unter großem monetären Aufwand im staatlichen Alkoshop (Bier auch im Supermarkt) erworben werden können. Was ich mit Verhüllungsmethoden meine, ist, dass man in Norwegen nicht den Fehler machen sollte, diesen Alkohol anschließend "nackig" durch die Gegend zu tragen, will man nicht unwillige bis abwertende Blicke auf sich ziehen. Der Norweger an sich bekommt eine pose - Tüte ausgehändigt, in der das kostbare Nass dann vor fremden Blicken verhüllt nach hause geschleppt wird. Alkohol in der Öffentlichkeit zu zeigen oder gar zu trinken gilt mindestens als unschick, wenn es nicht gar ein Tabubruch darstellt (ich bin mir da gar nicht so sicher). Und in die Nähe von sogenannten Alkoholverkaufszonen sollte man sich mit einer Dose Bier auf gar keinen Fall begeben, wenn man nicht in toternstem Ton darauf aufmerksam gemacht werden will, dass der Aufenthalt mit Fremdbier in solchen Bereichen absolut und strengstens untersagt ist (so letztens in fantoft geschehen).

Überhaupt: Norweger und Alkohol, ein ganz besonders delikates Thema. Norweger trinken angesichts schwindelerregender Alkoholpreise erstaunlich viel, allerdings nicht über die Woche verteilt und mäßig, sondern meist nur am Wochenende, und zur Beschreibung solcher Gelegenheiten muss das Adverb komatös gebraucht werden, denn die Norweger schrauben sich teilweise wirklich die Rübe ab! Um den hohen Alkoholpreisen auszuweichen, fahren viele Norweger nach Schweden, um sich dort (etwas) billiger damit einzudecken, woraufhin die Schweden zum gleichen Zwecke nach Dänemark fahren und die Dänen wiederum nach Deutschland (wenn die Skandinavier diese Kette nicht gleich damit umgehen, dass sie nach Polen fahren). Alkohol, ein großes skandinavischer Paradoxon, das ich noch nicht ganz durchschaut habe.

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Soweit ich weiß, ist es nicht nur unschick, Alkohol in Norwegen in der Öffentlichkeit zu trinken, sondern sogar verboten! Vor meiner letzten Norwegen-Fahrt hörte ich Geschichten von Menschen, die sogar ne Nacht dafür ins Gefängnis mussten, habe das aber als urban legend einfach abgetan (also das mit dem Knast, nicht die Tatsache an sich). :o)
Allerdings ändert das nix daran, dass man das besser nicht tun sollte, man mag ja nicht ausprobieren, was wirklich passiert, wenn da mal ein schlecht gelaunter Ordnungshüter vorbeischaut. Wuah!
So, viele schlechte Nachrichten, hier kommt eine gute: In einer Woche kommt deine Flasche Wein!! (Okay, ich bin auch dabei, aber damit musst du leben *g*)

Anonym hat gesagt…

Ich glaub, das verkrafte ich.. *lol*

Anonym hat gesagt…

Hihi, hast auch gar keine andere Wahl, jetzt gibt's kein Zurück mehr! :o) Ach, ich freu mich schon sooo!