Dienstag, 12. Juni 2007

Suomen metsät

Einige von euch wissen es schon: ganz gegen meine Erwartungen ( παρά δόξας ;-) findet meine mündliche Graecumsprüfung erst am Freitag statt, so dass ich mehr Zeit zum Lernen habe und euch nun sogar mit noch mehr Bildern von Finnland zuschmeißen kann! Wohlan, denn.

Finnland teilt sich in meinen Erinnerungen in zwei wesentliche Elemente auf: Wald auf der einen Seite, Stadt mit ganz viel glitzerndem Meer auf der anderen. Wir ersehen hier also eine recht klassische Dichotomie zwischen Natur und Kultur und bevor ich mich der Kultur widme, zeige ich hier nun ein paar Naturbilder von den wunderschönen finnischen Wäldern. Viel Spass beim Anschauen :)

Zunächst folgen zwei Bilder, die ich an den beiden Tagen aufgenommen habe, an denen wir doch mal etwas schlechteres Wetter hatten, mit viel grauem Himmel, Kühle und Nässe.



Wenn die finnischen Wälder schon an trüben Tagen ein Erlebnis sind, was sind sie dann an sonnigen Sommertagen? Ich war begeistert.




Unsere Jugenherberge in Jyväskylä lag am Fuße eines Hügels vor den Toren eines Naherholungsgebietes (was gleichbedeutend war mit: endlos viel Wald und Seen). Erstieg man den Hügel - was sich als einigermaßen schweißtreibend herausstellte - fand man sich am oberen Rand einer grünen Wiese wieder, die sich hinab zog in die Wälder, die sich bis zum Horizont erstreckten. Der Aufstieg lohnte sich also, und so waren wir auch spät abends oben und schauten uns den Sonnenuntergang an, der nicht nur atemberaubend schön war, sondern auch verflucht spät, so gegen 11 Uhr vielleicht. :)



Samstag, 9. Juni 2007

Suomi

Zeus, dem Wolkensammler, zum Trotze, der sich gerade dazu hinreißen lässt, Münster mit dunklen Tüchern zu verhüllen, will ich euch ein paar sonnige Finnlandbilder zeigen :)





Freitag, 8. Juni 2007

Dear Mr President

Ehrlich gesagt habe ich Pink nie so recht gemocht (welch Überraschung, hm? ;-) und ihre allerersten Ghettodinger sogar ziemlich unerträglich gefunden, aber als ich heute morgen ihre neue Single gehört habe, war ich doch sehr amüsiert. Über Herrn Bush heißt es dort nämlich u.a.: "You have come a long way from whisky and cocaine." Hihi, ist das nicht herrlich treffend? Hab selten so eine direkte politische Botschaft im Radio vernommen und hat mich direkt mal an die guten alten 60er und Dylans Texte erinnert.

Dienstag, 5. Juni 2007

Ich nichts griechisch!

In Ordnung. Liebe Leute, ich gebe hier und jetzt meinen jämmerlichen Versuch auf, mir einzureden, ich würde mich heute abend noch an meine Griechischgrammatik setzen und irgendetwas lernen. Tu ich nicht, so! Ehrlich gesagt laufe ich heute schon den ganzen Tag verplant und verwirrt durch die Gegend, gehe lieber Kaffee trinken, Eis essen und zum Abendbüffet in die Mensa, anstatt meine Kurse zu besuchen. Ein großes Danke an dieser Stelle an all die guten Seelen, die mich heute abgelenkt haben und die ich zum Schwänzen verleitet, in diverse Bäckereien und Eisdielen mitgezerrt und mit Finnlandanekdoten zugeschwatzt habe. Und in Gedanken ein großes Sorry an meine Dozenten, deren interessante Kurse ich heute ähm.. ausgesetzt habe. Konnte einfach nicht hin heute und den normalen Unikram machen. Ich hoffe wirklich, dass das nächste Woche nach meiner mündlichen Prüfung (die kommt ein paar Tage nach der morgigen schriftlichen) wieder aufhören wird, aber im Moment geht gar nichts bei mir. Na ja, immerhin habe ich heute abend noch etwas sinnvolles gemacht, bin zu unserer Studentenvollversammlung gegangen und habe mich bereiterklärt, in einer Institutsinternen Kommission als studentischer Vertreter mitzuwirken, um die Stimme von uns Studis bei der Vergabe der Studiengebühren zu stärken (immerhin ist es unser Geld, das da verbraten wird %-). Von der an sich ungerechten Gelderverteilung zuungunsten der Geisteswissenschaften und von der schwachsinnigen Tatsache, dass tatsächlich 19% der gesamten Gelder als Mehrwertsteuer an Papa Staat draufgehen, will ich eigentlich gar nicht anfangen, auch wenn es mich tierisch aufregt. na gut, so viel sei gesagt: Es regt mich tierisch auf!!!

Jedenfalls gibt mir diese Mitarbeit das Gefühl, nicht den ganzen Tag nur unsinnige Dinge bzw gar nichts getan zu haben, auch wenn ich etwas skeptisch bin, inwieweit mein Mitwirken da überhaupt Früchte tragen wird. Okay, aber ich denke, ich schalte meinen Studiengebührenpessimismus jetzt fürs Erste wieder aus, und geh stattdessen lecker duschen :) Ich wünsch euch einen schönen Abend und möchte an dieser Stelle Katinka nochmal ganz dolle durchknuddeln (leider nur gedanklich hihi) und dir ein ganz großes Danke schön! sagen, du bist echt ein Schatz :)

Die Finnen, deren Sprache, und wie man sich lustig nicht verstehen kann

Dass die Finnen eine für mitteleuropäische Ohren eher eigenartige Sprache zu sprechen pflegen, dürfte den meisten bekannt sein. Dass das Finnische ebenso schwierig zu erlernen ist, wie es im Alltag auf den typischen deutschen Touri wirkt bzw. klingt - Beispiele gefällig? Wie wärs mit solchen Buchstabenklöpsen wie 'otsikkopäädyssä' oder 'yksityisasunnoksi'? - wird selbigem im Laufe seines Finnlandbesuchs definitiv einleuchten. Und dass die Finnen nicht nur im Pisatest Bestnoten bekommen haben, sondern auch alle und durchweg gutes Englisch sprechen, hört man immer wieder mal. Die Finnen also blonde nordische Sprachenstreber, die auf ihre Saunagänge stets eine englische Lektüre mitzunehmen pflegen? Na ja.

Richtig ist, dass es viele, vor allem junge Finnen gibt, die tatsächlich ganz passabel auf Englisch kommunizieren können, und dies auch bereitwilliger tun als so manch anderer Europäer (Franzosen! Fühlt euch jetzt mal ganz scharf angeguckt!). Weniger richtig ist, dass man mit Englisch in Finnland überall problemlos zurecht kommt. Aber wenigstens in Bussen oder Bahn wird man sich doch mit Englisch durchschlagen können, denkt ihr jetzt vielleicht. Denkt ihr! Gerade beim Ticketkauf musste ich mich mit meinen geringen Finnischkenntnissen durchwurschteln, unter Zuhilfenahme des Norwegischen und sämtlicher mir zur Verfügung stehenden Gliedmaßen! Was würdet ihr tun, wenn ihr auf eure mühsam auf Finnisch formulierte Frage, ob der Schaffner Englisch spreche, als Antwort bekämt: Nein. Nur Schwedisch. Keine sehr angenehme Situation, da wir gerne von ihm gewusst hätten, auf welchem Gleis unser Anschlußzug nach Jyväskyla abfahren würde, da dies aus dem Ticket nicht ersichtlich war und wir bei einer Verspätung von 5 Minuten nur noch sehr wenig Zeit zum Umsteigen haben würden. Ich habe dann auf Norwegisch weitergeredet und glücklicherweise hat der Schaffner das dann wenigstens verstanden. Nur mit Englisch hätte man da absolut nichts reißen können. Oder die nette alte Finnin am Ticketverkaufsschalter in Helsinki, die umso herzlicher lächelte (und verzweifelter), je mehr das Gespräch ersehen ließ, dass wir uns auf Englisch überhaupt nicht verstanden. Am Schluß artete das Ganze in Gebärdensprache und recht seltsamen Gesten aus, die sicherlich ganz amüsant anzusehen waren, hätte mir nicht der Schweiß auf der Stirn gestanden.

Was man sich also durchaus merken kann, wenn man sich nach Finnland aufmacht: Ein bisschen Finnisch lernen im voraus ist sehr sehr hilfreich. Die grundsätzlichsten Dinge erschließen sich - den zahlreichen Lehnwörtern sei dank - auch dem Sprachenmuffel: Apteekki, Kirkko oder Kioski sorgen dafür, dass das Stadtbild von Helsinki mit seinen vielen Schriftzügen nicht komplett wie Chinesisch wirkt, und auch solche Wörter wie Kaupunki (Stadt) oder kippis! (Trinkspruch) mögen dem einen oder anderen noch ein Licht aufgehen lassen, dass es sich hierbei um alte Entlehnungen aus dem Deutsch der Hansezeit handelt. Wer jedoch bei rautatieasema auf Bahnhof kommt, oder bei satama auf Hafen, der hat sich im Vorfeld ein paar Vokabeln angeeignet und wird in Finnland schließlich froh sein, genau das getan zu haben. Etwas frustriender waren dann schon meine Gesprächsversuche mit den Finnen. Auch wenn sie im Normalfall durchaus verstanden, was ich ihnen sagen wollte, scheiterte das Gespräch auf Finnisch spätestens bei den entsprechenden Antworten, die schnell waren, und voller Vokabeln udn Grammatikregeln, die ich nicht (er)kannte. Mein etwas kläglicher Versuch, bei MacDonalds ein Menü zu bestellen, indem ich wohl (wie ich später feststellen musste) irgendetwas sagte wie: 'ich gebe ein MacToro-Menü' und die Bedienung mich äußerst irritiert anschaute und dann fragte: 'would you also like something to drink?', soll hier nur am Rande erwähnt werden (ich schäme mich immer noch dafür, geben mit nehmen verwechselt zu haben ;-).