Dass die Finnen eine für mitteleuropäische Ohren eher eigenartige Sprache zu sprechen pflegen, dürfte den meisten bekannt sein. Dass das Finnische ebenso schwierig zu erlernen ist, wie es im Alltag auf den typischen deutschen Touri wirkt bzw. klingt - Beispiele gefällig? Wie wärs mit solchen Buchstabenklöpsen wie 'otsikkopäädyssä' oder 'yksityisasunnoksi'? - wird selbigem im Laufe seines Finnlandbesuchs definitiv einleuchten. Und dass die Finnen nicht nur im Pisatest Bestnoten bekommen haben, sondern auch alle und durchweg gutes Englisch sprechen, hört man immer wieder mal. Die Finnen also blonde nordische Sprachenstreber, die auf ihre Saunagänge stets eine englische Lektüre mitzunehmen pflegen? Na ja.
Richtig ist, dass es viele, vor allem junge Finnen gibt, die tatsächlich ganz passabel auf Englisch kommunizieren können, und dies auch bereitwilliger tun als so manch anderer Europäer (Franzosen! Fühlt euch jetzt mal ganz scharf angeguckt!). Weniger richtig ist, dass man mit Englisch in Finnland überall problemlos zurecht kommt. Aber wenigstens in Bussen oder Bahn wird man sich doch mit Englisch durchschlagen können, denkt ihr jetzt vielleicht. Denkt ihr! Gerade beim Ticketkauf musste ich mich mit meinen geringen Finnischkenntnissen durchwurschteln, unter Zuhilfenahme des Norwegischen und sämtlicher mir zur Verfügung stehenden Gliedmaßen! Was würdet ihr tun, wenn ihr auf eure mühsam auf Finnisch formulierte Frage, ob der Schaffner Englisch spreche, als Antwort bekämt: Nein. Nur Schwedisch. Keine sehr angenehme Situation, da wir gerne von ihm gewusst hätten, auf welchem Gleis unser Anschlußzug nach Jyväskyla abfahren würde, da dies aus dem Ticket nicht ersichtlich war und wir bei einer Verspätung von 5 Minuten nur noch sehr wenig Zeit zum Umsteigen haben würden. Ich habe dann auf Norwegisch weitergeredet und glücklicherweise hat der Schaffner das dann wenigstens verstanden. Nur mit Englisch hätte man da absolut nichts reißen können. Oder die nette alte Finnin am Ticketverkaufsschalter in Helsinki, die umso herzlicher lächelte (und verzweifelter), je mehr das Gespräch ersehen ließ, dass wir uns auf Englisch überhaupt nicht verstanden. Am Schluß artete das Ganze in Gebärdensprache und recht seltsamen Gesten aus, die sicherlich ganz amüsant anzusehen waren, hätte mir nicht der Schweiß auf der Stirn gestanden.
Was man sich also durchaus merken kann, wenn man sich nach Finnland aufmacht: Ein bisschen Finnisch lernen im voraus ist sehr sehr hilfreich. Die grundsätzlichsten Dinge erschließen sich - den zahlreichen Lehnwörtern sei dank - auch dem Sprachenmuffel: Apteekki, Kirkko oder Kioski sorgen dafür, dass das Stadtbild von Helsinki mit seinen vielen Schriftzügen nicht komplett wie Chinesisch wirkt, und auch solche Wörter wie Kaupunki (Stadt) oder kippis! (Trinkspruch) mögen dem einen oder anderen noch ein Licht aufgehen lassen, dass es sich hierbei um alte Entlehnungen aus dem Deutsch der Hansezeit handelt. Wer jedoch bei rautatieasema auf Bahnhof kommt, oder bei satama auf Hafen, der hat sich im Vorfeld ein paar Vokabeln angeeignet und wird in Finnland schließlich froh sein, genau das getan zu haben. Etwas frustriender waren dann schon meine Gesprächsversuche mit den Finnen. Auch wenn sie im Normalfall durchaus verstanden, was ich ihnen sagen wollte, scheiterte das Gespräch auf Finnisch spätestens bei den entsprechenden Antworten, die schnell waren, und voller Vokabeln udn Grammatikregeln, die ich nicht (er)kannte. Mein etwas kläglicher Versuch, bei MacDonalds ein Menü zu bestellen, indem ich wohl (wie ich später feststellen musste) irgendetwas sagte wie: 'ich gebe ein MacToro-Menü' und die Bedienung mich äußerst irritiert anschaute und dann fragte: 'would you also like something to drink?', soll hier nur am Rande erwähnt werden (ich schäme mich immer noch dafür, geben mit nehmen verwechselt zu haben ;-).
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1 Kommentar:
Hey, Spatzi,
wenn Du mal herkommst, bekommst Du von mir auch ein MacToro-Menü *g* *kraul*...
Und: Ich habe mir gerade sämtliche Daumen und Zehen für Dich morgen verknotet... Ich wußte, ich hätte den Yoga-Kurs machen sollen, dann könnte ich mich in dieser seltsamen Haltung vielleicht etwas entspannen *seuftz*. Naja, was tut man nicht alles...?
Lieben Kruß und Knuddel von Katinka
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